Streitschlichtung und Prävention

Die Fine-Frau-Grundschule versteht unter individueller Förderung eines jeden Kindes auch eine professionelle Förderung der Kinder in ihrer Persönlichkeit und in ihren emotionalen und sozialen Kompetenzen. Kinder haben ein grundlegendes Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe und suchen nach Anerkennung und Bedeutung in der Klasse. Die sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Kinder müssen jedoch gefördert werden.

Ebenso kommt es im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof immer wieder zu Konflikten und Streitereien. Die beteiligten Kinder sind oft überfordert zufrieden stellende Regelungen zu finden und die Konflikte sozialverträglich zu lösen. Zurück bleiben Groll, Unstimmigkeiten und Spannungen. Diese können auf mittlere und längere Sicht das Klima in der Klasse belasten. Die Kinder sollen lernen kleinere Konflikte selbstständig zu bearbeiten und friedlich zu lösen. Das Konzept „Teamgeister“ sowie der Klassenrat bieten hierzu gute Ansätze, die bei uns in allen Klassen regelmäßig angewandt werden.

Klassenrat

In jeder Klasse gibt es leider auch mal Streit oder Dinge, die jemanden ärgern. Wichtig ist, sie mit der gesamten Klasse zu klären. Dazu findet an unserer Schule regelmäßig einmal in der Woche die Klassenratsstunde statt.

Im Klassenrat besprechen alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse, was ihnen aktuell auf der Seele brennt. Dazu gehören Streitigkeiten, Beschwerden, unterschiedliche Meinungen aber auch Wünsche, Planung gemeinsamer Aktivitäten, sowie Verabredungen untereinander und mit den Lehrkräften.

Die Gesprächswünsche der Kinder werden im Laufe der Woche in einem Briefkasten gesammelt oder einem Klassenratsbuch aufgeschrieben. Zu Beginn der Klassenratsstunde werden zunächst die Ämter, wie z.B. der Zeitwächter, der Gesprächsleiter, der Regelwächter, der Protokollführer verteilt. Dadurch tragen die Kinder einen wichtigen Beitrag zur Durchführung bei und fühlen sich ernst genommen.

Nach einem bestimmten Ablauf können sich alle Schülerinnen und Schüler unter Einhaltung bestimmter Regeln am Gespräch beteiligen. Nach einer Positivrunde wird zunächst besprochen, was aus den Ergebnissen der letzten Woche geworden ist. Anschließend werden die aktuellen Anliegen vorgetragen. Alle Beteiligten können dazu Stellung nehmen und es wird gemeinsam nach einer Lösung für das Problem oder Anliegen gesucht. Zuletzt wird die Lösung in einem Protokollbogen festgehalten.

Auf diese Weise führt der Klassenrat zu einem bewussteren Zusammenleben, fördert die Gemeinschaft der Klasse und schafft ein positives Lernklima.

Teamgeister

In den vier Schuljahren werden durchgehend Themen (Gemeinschaft, Kommunikation, Selbstvertrauen, Gefühle, Familie, Freunde,Gesundheit, Entscheidungen udn Verschiedenheit) behandelt, die in jeder Klassenstufe wieder aufgegriffen und vertieft werden. Die Umsetzung geschieht vor allem durch spielerische Einheiten, durch Geschichten, die die Kinder hören und hinterfragen und über das Sprechen über ihre eigenen Erfahrungen und Wünsche, aber auch durch das Bearbeiten von Kopiervorlagen. Das Arbeiten mit einem Partner oder in der Gruppe steht dabei im Vordergrund. Auf diese Weise werden gleichzeitig die Lernmotivation und der Lernerfolg gefördert.

Hofpausen

Um den Streitigkeiten und Konflikten auf dem Pausenhof entgegen zu wirken oder sie zu lösen sind in der ersten Hofpause drei Lehrkräfte und in der zweiten Pause zwei Lehrkräfte als Aufsichtsperson auf dem Schulhof. Als präsenter Ansprechpartner können so bereits kleinere Auseinandersetzungen direkt geklärt werden. Für die auftretenden Konflikte gibt es unterschiedliche Gründe, auf die auf verschiedenste Art und Weise reagiert werden kann.

Ein Grund ist zum Beispiel die Langeweile. Um dieser vorzubeugen, können sich die Kinder Spielsachen ausleihen. Die Viertklässler sind für die Ausgabe verschiedenster Spielgeräte verantwortlich. Jedes Kind ist im Besitz einer Wäscheklammer, mit der es sich Geräte ausleihen kann. Von Seilchen und Stelzen bis hin zu Bällen und Hockeyschlägern ist für jeden etwas dabei, so dass viele ins Spiel vertieft sind.

Größere Streitigkeiten oder Regelverstöße nehmen jedoch so viel Zeit in Anspruch, dass sie nicht direkt besprochen werden können, ohne dass die anderen Kinder eventuell außer Acht gelassen werden. Aus diesem Grund werden die beteiligten Kinder zurück in die Schule in den sogenannten "Konsequenzraum" geschickt. Eine weitere Aufsicht nimmt diese Kinder in Empfang und arbeitet den Streit gemeinsam mit ihnen auf. Ein Streitschlichtungsprotokoll, in dem eingetragen wird was man falsch gemacht hat, warum das passiert ist und was man tun kann um es wieder gut zu machen, wird gemeinsam ausgefüllt. Das Kind verbringt den Rest der Pause drinnen, um sich Gedanken über sein Fehlverhalten zu machen. Die Zettel werden nach Klassen sortiert abgeheftet. Ist ein Kind drei Mal in einem Halbjahr während der Pause drinnen, so werden die Erziehungsberechtigten zu einem Gespräch eingeladen, um weitere Maßnahmen und Vorgehensweisen zu besprechen. Der Einbezug von Kindern zur Streitschlichtung ist angedacht.